Höher als die Berliner Mauer

Im Jahr 2016 errichtete die Stadt München eine Lärmschutzwand an einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Neuperlach. Rund 200.000 Euro hat die vier Meter hohe Mauer die Stadt gekostet. Das Bauwerk trennt die Außenanlage der Flüchtlingsunterkunft von den naheliegenden Häusern. Sieben Anwohner hatten die Mauer vor Gericht erstritten, weil sie eine Lärmbelästigung durch die Geflüchteten fürchteten. Der Lokalpolitiker Guido Bucholtz veröffentlichte ein Video, in dem er die Mauer mit der Berliner Mauer verglich. Die „Mauer von Neuperlach“ erlangte dadurch traurige Berühmtheit. Nationale und internationale Medien berichteten über die Lärmschutzwand am Münchner Stadtrand. Erst im Dezember 2017 wurde die Unterkunft von alleinerziehenden Müttern mit ihren Kindern bezogen. Das Künstlerkollektiv „Rocco und seine Brüder“ aus Berlin brachte mittlerweile den Schriftzug „WALLS CREATE STRANGERS“ auf der grauen Mauer an.

Datum

8. November 2016

Kategorie

Editorial